Fliegenfängersyndrom Infoblatt

    Fliegenfängersyndrom Infoblatt

    Fliegenfängersyndrom – Fly Catcher’s Syndrom

    Zuerst möchte ich darauf hinweisen dass ich kein Tierarzt bin, sondern Hundebesitzerin die aus gegebenem Anlass als Privatperson über diese Krankheit in der Literatur recherchiert hat, sich mit Tierärzten ausgetauscht hat und betroffene Hunde beobachtet hat..

    Diese Synopse (knappe Zusammenfassung) der Krankheit ist für besorgte Hundebesitzer und interessierte Laien geeignet , die sich über dieses Thema informieren wollen, sie ersetzt keinen Gang zu Tierarzt , und behauptet keine wissenschaftliche Vollständigkeit.

    Das Fliegenfänger Syndrom ist eine Zuordnung einer Verhaltensauffälligkeit, für die es verschiedene Ursachen geben kann. Die Auffälligkeit ist ein unkontrolliertes und wiederholtes Jagen und Schnappen nach Objekten in der Luft die es nicht gibt (unsichtbare Fliegen). Der Hund ist dabei sichtlich aufgeregt und oft wirkt der Hund dabei noch sehr verstört (winselnd, zitternd). Fliegenfanganfälle können einige Minuten bis mehrere Stunden andauern. Einige Anfälle enden erst mit der Erschöpfung des Hundes.

    Es sind folgende mögliche Ursachen für solches Verhalten identifiziert worden:

    1. Augenprobleme
    2. Tumore
    3. Epilepsie
    4. Zwangsneurose
    5. SM
    6. Eiweißquellen Unverträglichkeit


    Ein Besitzer eines betroffenen Hundes muss sich gegebenenfalls damit abfinden, dass keine Ursachen für das Verhalten seines Hundes identifiziert werden können.

    Hundehalter von betroffenen Hunden sollten Videoaufnahmen der Anfälle machen und diese dem Tierarzt zeigen.
    Hundehalter sollten auch Tagebuch über die Anfälle führen, in dem aufgezeichnet wird, was unmittelbar vor dem Anfall gewesen ist. Wie lange der Anfall war, was den Anfall auszeichnete (z.B. vermehrtes Springen als sonst, jaulen usw..), wo der Anfall stattgefunden hat, ob der Hund ansprechbar gewesen ist, wie der Anfall aufgehört hat, das Verhalten des Hundes sofort danach, Futteraufnahme an den betreffenden Tagen und sonstige Informationen.
    Gemeinsamkeiten der verschiedenen Anfälle können in der Diagnosefindung hilfreich sein.

    Augenprobleme:
    Eine der einfachsten Untersuchungen, die man an einem betroffenen Hund machen lassen kann, ist die Augenuntersuchung. Dabei werden die Augen vom Fachmann untersucht um festzustellen ob eine Krankheit vorliegt, welche dazu führen könnte, dass der Hund tatsächlich etwas „sieht“ – was wir nicht sehen.

    Tumore:
    Das Vorhandensein von Gehirntumoren kann Verhalten verändern – beziehungsweise dazu führen dass der Hund aus unerklärlichen Gründen hochspringt, oder Sachen sieht die nicht da sind. Das Vorhandensein von Gehirntumoren kann mit einem CT Scan festgestellt werden.

    Epilepsie:
    Es gibt eine Theorie, dass Fliegenfanganfälle kleinere epileptische Anfälle sind. In so fern dass es bei einem bestimmten Hund zutrifft und es ausreichend Vernarbung dazu am Hirn gibt, so kann das durch CT Scan festgestellt werden. Allerdings kann ein Hund auch an Epilepsie leiden ohne dass er am CT Scan auffällig ist. Oft werden dann versuchsweise Anti-Epileptika verordnet. Wenn der Hund auf diese Mittel reagiert, so geht man davon aus, dass die Ursache Epilepsie ist, wenn nicht, so wird mit der Diagnosefindung weiter gemacht.

    Zwangsneurose:
    Die echte Zwangsneurose (OCD) ist eine Verhaltensstörung auf Grund einer neurophysischen Anomalie. Wenn man es mit einer menschlichen Krankheit vergleichen wollte, so wären Autismus und Tourette Syndrom angemessene Vergleiche.
    Neben der echten Zwangsneurose gibt es die Möglichkeit, dass einige Cavaliere das Verhalten zeigen, um Aufmerksamkeit zu erringen. Dies kann am Anfang eine harmlose Übergangshandlung sein, welche gefallen findet. Lob und Schimpfe sind für einen Hund gleichwertig als Aufmerksamkeit einzustufen, so kann der Besitzer unbewusst das Verhalten verstärken. Nach einer kurzen Zeit Beobachtung ist es möglich, solche Fälle zu enttarnen. Kleinere Veränderungen im Tagesablauf oder im Umgang mit dem Hund können schnell das Verhalten verhindern.

    SM (Syringomyelie):
    SM ist eine Krankheit bei der davon ausgegangen wird dass die Symptome die sich zeigen auf Grund eines Staus des Rückenmarkwassers in einem Syrinx gezeugt werden. Weitere Informationen dazu an anderer Stelle. Da viele Hunde, bei denen die anderen Ursachen ausgeschlossen wurden, bei Aufregung das Verhalten zeigen (ähnlich wie, das der SM Hund bei Aufregung kratzt) wird vermutet, dass es einen Zusammenhang geben könnte.

    Eiweißquellen Unverträglichkeit:
    Bei einigen Hunden ist bemerkt worden, dass wenn man die Eiweißquelle des Futters umstellt und den Anteil des Eiweißes reduziert, die Symptome abklingen können. Allerdings bleibt diese Veränderung nicht langfristig erhalten.

    Das Fliegenfänger Syndrom wirft viele Fragen auf, aber liefert nur wenige Antworten. Zur Diagnose ist intensive Mitarbeit des Hundehalters gefordert. Hundehalter die selbstkritisch an das Problem herangehen, werden die besten Erfolge haben.
    Die Krankheit ist sehr selten und wenig erforscht. Es ist für den Hundehalter schwer, die richtigen Ansprechpartner zu finden. Aus diesem Grund sollte diese Synopse dem betroffenen hilfreich sein, sicherzustellen, dass alle möglichen Ursachen der Krankheit berücksichtigt werden.

    In der Hoffnung, dass dieses Blatt nie zum Einsatz kommt.


    Katherine Rummery
    © 13.02.2008

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