SM Teil 1 Die Untersuchung - Der Befund

    SM Teil 1 Die Untersuchung - Der Befund

    Hallo ,
    ich versuche nun mal unsere Erfahrung in einen sinnvollen Text zusammen zufassen.
    Vorab möchte ich aber daraufhin weisen, dass ich keine Medizinerin bin und die Diagnostik nur laienhaft erläutern kann.

    Unsere Patientin heißt Emma und ist knapp 3 Jahre alte Cavalier –King-Charles Hündin. Sie ist sehr verspielt und aufgedreht und zu jedem freundlich.
    Im Alter von ca.2 Jahren fing sie an sich häufiger am rechten Ohr zu kratzen. Da ich sie jeden Abend brüste fiel mir auf das sie das am Ohr und an der rechten Schulter nicht mag und sich dann immer kratzen muss. Natürlich waren wir bei verschieden Tierärzten, bekamen die verschiedensten Medikamente z.B. zum Spülen für das Ohr .Aber es wurde nicht besser.
    Schlussendlich erklärte uns eine Tierärztin dieses Verhalten wäre psychisch bedingt und man solle sie einfach ignorieren. Sie kratzt sich auch nur für 3-4 mal am Tag…

    Und Emma kratzte sich weiter. Ich versuchte durch die vermehrte Gabe von Vitaminen und Mineralen ihr Immunsystem zu stärken.
    Aber es ließ mir keine Ruhe. Unter anderem auch durch die Informationen aus diesem Forum kam ich auf die Erkrankung Syringomelia.

    Durch eine Verformung des Schädels (Chiari Malformation) wird der Innendruck der Hirnflüssigkeit im Schädel so gesteigert, das die Hirnflüssigkeit mit hohem Druck zum Rückenmarkskanal zurückgepresst wird. Dort entstehen dann Aushöhlungen ,die gefüllt mit der Hirnflüssigkeit extremen Druck auf das Rückenmark ausüben.

    Je nach dem Grad wie groß der Durchmesser einer solchen Aushöhlung ist , hat der betroffene Hund Schmerzen, Kratzanfälle, epileptische Anfälle, Lähmungen ,oder andere neurologische Ausfälle.

    Therapieziel: den Hunden die Schmerzen zu nehmen, damit sie beschwerdefrei weiterleben können.

    Therapieformen: unterschiedlich je nach Grad der Erkrankung. Derzeit nach heutigem Stand der Medizin wird eine Operation und /oder eine medikamentöse Behandlung vorgenommen.
    Die Syrinx (Aushöhlung) wird nicht geheilt. Aber durch den weniger großen Druck wird eine weiter Aushöhlung vermieden und dadurch das Rückenmark nicht weiter abgedrückt/geschädigt.

    Ich dachte eigentlich überhaupt nicht das Emma diese Erkrankung haben könnte.
    Ich wollte nur endlich Klarheit haben. Irgendwas muss es doch sein. Wir machten nun doch einen Termin aus.
    Auf der Homepage der Justus –Liebig-Universität Gießen Fachabteilung Klinik für Kleintiere fand ich weitere Informationen und auch das Angebot wegen einer dort durchgeführten Studie Cavaliere kostengünstiger untersuchen zu lassen.

    Wir setzen uns telefonisch mit Dr.Martin Schmidt (Alternativer Resident of European College of Veterinary Neurology) in Verbindung und machten einen Termin zum Mrt/CT aus.


    Emma sollte vormittags nüchtern in die Uniklinik kommen.
    Zuerst mussten wir zur Anmeldung .Auf dem Unigelände sind mehrere kasernenähnliche Gebäude.
    Uns fiel aber von Anfang an auf wie freundlich dort jedermann ist. Die Frau von der Anmeldung ging mit uns raus auf die Strasse um uns genau das Gebäude der Kleintierklinik zu zeigen wo wir nach der erfolgten Anmeldung hin gehen mussten.

    Dort wiederum war die Frau am Empfang auch sehr freundlich und zuvorkommend. Wir nahmen noch im Wartebereich Platz. Der Dr. Schmidt rief uns auf und entschuldigte sich dafür, dass wir in den Zahnbehandlungsraum zur Untersuchung müssen weil derzeit kein anderer Raum frei sei.
    Er nahm Emmas Daten auf und untersuchte sie intensiv. Stellte mehrmals fest was für eine Hübsche unsere Kleine ist.
    Langsam finde ich diese Freundlichkeit unheimlich.
    Ich zeige ihm wie ich bei Emma das Kratzen auslösen kann. Und er meint gleich…:Ach, du arme Maus…

    Er erklärt , dass Emma eine Narkose und ein Valium bekommt. Dann wird er das Mrt/CT machen und ab 13:00 Uhr werden wir sie wieder abholen können.
    Er fragte nach ob Emma einen Chip hat, weil diese Teile das Mrt nicht überstehen. Nein,- Emma hat noch keinen Chip.
    Ich frage ihn ob er seine Ergebnisse nicht veröffentlichen wird. Welcher Hund warum krank ist und mit wem er verwandt ist und wie ihm geholfen werden konnte.

    Er habe bis jetzt ca. 50 Cavaliere getestet und nur 2 Hunde wären gesund gewesen.

    Auf meine Frage ob man mit Medikamenten und mit Homöopathie nichts bewirken kann.
    ..Doch aber ich erforsche in erste Linie nicht die Symptome zu lindern sondern die Ursache zu bekämpfen…

    Er meint daraufhin ich solle doch Emma hochnehmen und ihm dann sie aus meinen Armen geben. Die Hunde hätten dann weniger Angst.


    Mir fällt auf, dass obwohl dies eine Uniklinik ist mit vielen Patienten er der erste Tierarzt ist der sich wirklich Zeit nimmt alle Fragen zu beantworten und er auch liebevoll mit den Tieren umgeht. Auch wenn dieser Arzt eine Studie macht, er macht wirklich nicht den Eindruck Emma sei nur ein Versuchsobjekt.


    Um 14:00 Uhr holt uns der Tierarzt mit Emma auf dem Arm uns aus dem Wartebereich ab.
    Im Behandlungsraum teilt er uns mit dass er bei Emma die stärkste Erkrankung von SM im MRT-Bild erkennen kann.
    Die Verformung des Schädels sei gar nicht so immens aber Emmas Kleinhirn wird schon gestaucht und Emmas Rückenmark zeigt starke Veränderungen. Die vorhandenen Syrinx hätten eine extremen Durchmesser und das Rückenmark sei an manchen Stellen schon sehr dünn. Er rät dringend zu einer Operation. Bei Emma wäre es 5 vor 12..
    Bald könne man ihr nicht mehr helfen. Emma muss wahnsinnige Schmerzen haben.

    Er haben bei Emma nicht mit einem so schlimmen Befund gerechnet.Wir sollen jetzt noch nichts entscheiden sondern wir könnten ihn in kommenden Woche über unsere Entscheidung informieren.

    Mein Gedanke ist nur…so schnell wie möglich eine Op! Mein Mädchen hat wahnsinnige Schmerzen…das hat sie nicht verdient.

    Auf meine Frage, ob wir nicht schon gleich in dieser Woche einen Termin zur Op machen können, sagte er: „Nein, Emma soll nicht noch mal gleich hintereinander schlechte Erfahrungen hier machen…Wir haben sie hier gepiekst.. Sie soll erst noch mal nach Hause. Und für die Operation möchte ich das ganze Team dabei haben“

    Viele Besitzer und Züchter entschließen sich gegen eine Operation er kann das auch verstehen. Die Operationskosten belaufen sich ja schließlich auf 1000-1200 Euro..
    Und die Versicherungen treten hierfür nicht ein da es sich um eine vererbte Erkrankung handelt. Für vererbte Erkrankungen müssen die Züchter für die Kosten aufkommen.
    Warum Emma nicht weitere Schmerzensäußerungen zeigt außer dem Kratzen kann er sich nicht erklären. Sie müsste dem Mrt-Befund nach richtige Ausfallerscheinungen haben.


    Wir Verabschieden uns und verbleiben das wir miteinander Telefonieren werden .Am nächsten Tag machten wir einen Termin zur Op für kommende Woche aus.
    Wenn wir noch Fragen hätten könnten wir ihn jederzeit anrufen….Ende Teil 1

    lg Superfrauchen

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